individualisierung?

In Zeiten von Massenproduktion und des Massenkonsum kommt man sich doch manchmal vor wie in einem Ameisenstaat. Während man früher (relativ) maßgeschneiderte Kleidung wie Schuhe vom örtlichen Schuhmacher trug oder sich eine Kutsche hat anfertigen lassen (hehe), kauft man heute Nike/Adidas Schuhe (zusammen ca. 65 bis 70% Marktanteil an Sportschuhen) die irgendwo in der Welt unter teilweise fragwürdigen Bedingungen in irgendwelchen Fabriken (YueYuan) produziert werden oder irgendein anderes Produkt vom Fließband. Guckt man sich dann mal in der Realität um, tragen alle AirForce Ones oder Superstars, VW ist weit verbreitet und die Firmen kupfern sich auch noch gegenseitig die Konzepte ab; man denke nur an die inzwischen wieder aus der Mode kommenden SUVs. Längst haben führende Schuhersteller das Problem erkannt und bieten auf ihren Webportalen an, Schuhe nach eigenen Vorstellungen zu individualisieren (-> NikeID, Puma Mongolian BBQ, miAdidas).
Das Problem mit der unpersönlichen Massenware betrifft nicht nur die Kleidung, sondern jegliche Gebrauchs-Geräteschaften. Waren Laptops/PCs schon immer irgendwie häßlich und wirkten vom Material her billig, ist Apple vor längerer Zeit in die Bresche gesprungen und hat Laptops und iMacs in bunten Farben oder mit Klavierlak angeboten, jetzt gibts die Teile aus einem Stück Alu.. ist aber immernoch Massenware.

Richtig “individuell” gestalten (zumindest oberflächlich) kann man Multimediageräte, wie Handys und Computer, mit stylischen Designfolien von Tortoise Design. Hier kann man vorgefertigte Motive kaufen oder sogar eigene Motive er- und bestellen, was natürlich viel toller ist :)


ViiMax Konsole

Stell Dir mal vor, die grossen Marken haben gar keine eigenen Fabriken. Die Produkte die erfunden werden werden erst zu Kultobjekten indem sie einen Namen wie “Apple”, “Nike” oder “Nokia” bekommen. Replika profitieren davon.. Wie auch immer. Der asiatische Hersteller SiaTronics baut das Subnotebook “Archos 10″. SiaTronics bieten in ihrem Webshop auch Displays mit im Sockel integriertem Computer (erinnert keineswegs an frühere iMacs), iPhones ohne Simlock und die Vii an. Die Vii???

Scheinbar hat SiaTronics Sinn für Humor. Ob das nun an Produktpiraterie grenzt oder Satire ist (man bezeichnet sowas auch als ‘rip-off’), die “SIA ViiMax” gesellt sich in eine Reihe von Konsolenklonen wie C-64 DTV, POP-Station, Wi Vision und Polystation.

Diese 16-Bit “Chintendo”-Konsole verfügt im Gegensatz zur Wii über kein CD-Laufwerk sondern einen Cartridge-Slot (GameBoyAdvance) sowie einen 9-Pin Joypad-Anschluss auf der Vorderseite und über einen GBA-Anschluss auf der Rückseite. Das Gehäuse der Vii ist etwa um die Hälfte kleiner als das der Wii.
Einige Spiele sind auf dem Chip integriert, weitere Spiele sind auf einer beiligenden Cartridge zu finden (z.B.Tennis, Bowling, Omlett machen, Fischen, ‘free-craps’, etc.).
Eine drahtlose 2,4 GHz Bluetooth-Fernbedienung liegt bei. Dieser “Viimote” fehlen die Knöpfe [+] und [-] und der Anschluss für den (Wii-)Nunchuck, sie hat aber wie die Wiimote einen 3-Achsen-Gravitationssensor.
Das Design wirkt insgesamt deutlich verspielter und billiger, hat aber auch einen gewissen (Plastik-) Charme: so ist z.B. auf die Oberseite der ViiMaxBlue-Fernbedienung eine Schaltkreistextur gedruckt.

Die ViiMax ist für 69 Euro (+29€ Versand) in den Farben Pink, Blau oder Weiss über www.siatronics.com zu haben.  Der Hersteller ist nicht SiaTronics sondern KenSingTon. Es gibt einen Sia Youtube-Channel mit weiteren Sia Produkten.

(ViiMax = Vii2/VC-1; Vii1 hier).

ViiBlue

ViiBlue

Die englische Beschreibung kommt etwas holprig daher, hier gibts einen schönen Video-Testbericht: